Der Käufer ist gefunden. Der Preis steht. Jetzt liegt ein Brief vom Notar im Kasten. Darin: ein Vertragsentwurf mit vielen Seiten. Und ein Termin. Viele Verkäufer werden jetzt nervös. Was passiert da genau? Kann ich noch etwas ändern? Und wann kommt das Geld? Der Notartermin beim Hausverkauf ist der Moment, in dem aus einer Zusage ein fester Vertrag wird. Wer weiß, was ihn erwartet, geht entspannt hinein.
Warum ein Notar nötig ist
In Deutschland muss jeder Kaufvertrag über ein Grundstück notariell beurkundet werden. So steht es im Bürgerlichen Gesetzbuch. Ohne Notar ist der Vertrag unwirksam. Das gilt für Häuser, Wohnungen und Grundstücke.
Der Notar ist neutral. Er vertritt weder Sie noch den Käufer. Seine Aufgabe ist es, beide Seiten zu schützen. Er sorgt dafür, dass niemand ohne Gegenleistung dasteht. Der Käufer bekommt das Haus erst, wenn er bezahlt hat. Und Sie verlieren das Eigentum erst, wenn das Geld sicher auf Ihrem Konto ist.
Den Notar wählt meist der Käufer aus, denn er bezahlt ihn in der Regel auch. In Ratingen gibt es mehrere Notariate, viele Käufer kommen aber auch aus Düsseldorf und gehen dort zum Notar. Beides ist ohne Weiteres möglich.
Vor dem Termin: der Vertragsentwurf
Einige Zeit vor dem Termin schickt der Notar allen Beteiligten einen Entwurf. Üblich sind rund zwei Wochen. Nutzen Sie diese Zeit. Lesen Sie den Entwurf in Ruhe. Prüfen Sie diese Punkte besonders genau:
- Stimmen Ihr Name, Ihre Anschrift und die Angaben zum Grundstück?
- Stimmt der Kaufpreis?
- Wann soll der Käufer zahlen? Und wann ziehen Sie aus?
- Ist die Haftung für Mängel ausgeschlossen? Das ist bei gebrauchten Häusern üblich.
- Was ist mit Möbeln, Küche oder Gartenhaus? Sind sie mitverkauft?
- Was passiert mit Ihrem Kredit und der Grundschuld?
Haben Sie Fragen oder Änderungswünsche? Rufen Sie das Notariat an. Änderungen sind vor dem Termin einfach möglich. Wie Sie den Vertrag verstehen, erklärt der Beitrag Kaufvertrag für ein Haus verstehen.
Was Sie zum Notartermin mitbringen
Die Liste ist kurz. Trotzdem sollten Sie sie ernst nehmen. Ohne gültigen Ausweis findet kein Termin statt.
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass jedes Verkäufers.
- Steuer-Identifikationsnummer jedes Verkäufers. Der Notar muss sie an das Finanzamt melden.
- Ihre Bankverbindung für den Kaufpreis.
- Angaben zu bestehenden Krediten, falls eine Grundschuld gelöscht werden muss.
- Vollmachten, falls jemand für einen anderen unterschreibt.
- Den Vertragsentwurf mit Ihren Notizen.
Gehört das Haus mehreren Personen, etwa einem Ehepaar oder einer Erbengemeinschaft, müssen alle unterschreiben. Wer nicht kommen kann, braucht eine Vollmacht. Sprechen Sie das früh mit dem Notar ab.
Notartermin beim Hausverkauf: der Ablauf
Der Termin folgt fast immer dem gleichen Muster:
- Begrüßung und Ausweise: Der Notar prüft, wer vor ihm sitzt.
- Vorlesen: Der Notar liest den gesamten Vertrag laut vor. Wort für Wort. Das ist Vorschrift.
- Erklären: Bei wichtigen Punkten erklärt er, was sie bedeuten.
- Fragen: Sie können jederzeit unterbrechen und fragen.
- Letzte Änderungen: Kleine Änderungen werden direkt eingearbeitet.
- Unterschrift: Alle Beteiligten unterschreiben. Der Notar unterschreibt und siegelt.
Das Vorlesen wirkt langwierig. Es hat aber einen guten Grund. Niemand soll später sagen können, er habe etwas nicht gewusst. Hören Sie aufmerksam zu. Und haben Sie keine Scheu vor Fragen. Es gibt keine dummen Fragen beim Notar. Wenn Sie schlecht hören, sagen Sie das am Anfang. Der Notar liest dann lauter und langsamer.

Wie lange dauert der Notartermin?
Ein normaler Kaufvertrag für ein Haus braucht etwa eine bis zwei Stunden. Bei einfachen Fällen geht es schneller. Bei vielen Beteiligten, einem Erbe oder besonderen Regeln wie einem Wohnrecht dauert es länger. Planen Sie großzügig. Machen Sie danach keinen wichtigen Termin aus.
Nach dem Notartermin: Wann kommt das Geld?
Nach der Unterschrift ist der Vertrag wirksam. Das Geld kommt aber nicht sofort. Erst müssen einige Dinge erledigt werden. Der Notar kümmert sich darum:
- Auflassungsvormerkung: Im Grundbuch wird eingetragen, dass das Haus für den Käufer reserviert ist. Das schützt ihn.
- Vorkaufsrecht: Die Stadt Ratingen muss bestätigen, dass sie kein Vorkaufsrecht nutzt. Das ist fast immer eine Formsache.
- Löschung von Grundschulden: Hat Ihr Haus noch eine Grundschuld, holt der Notar die Unterlagen von Ihrer Bank.
- Weitere Genehmigungen: Etwa die Zustimmung eines Verwalters bei Wohnungen.
Sind alle Punkte erledigt, schickt der Notar dem Käufer die sogenannte Fälligkeitsmitteilung. Ab dann hat der Käufer meist zwei Wochen Zeit zu zahlen. Insgesamt vergehen zwischen Notartermin und Geldeingang oft einige Wochen. Das hängt vor allem davon ab, wie schnell Grundbuchamt und Banken arbeiten.
Wann ziehen Sie aus?
Die Übergabe ist im Vertrag geregelt. Meist erfolgt sie, sobald der Kaufpreis vollständig bezahlt ist. Sie geben dann die Schlüssel ab. Besitz, Nutzen und Lasten gehen auf den Käufer über. Ab diesem Tag zahlt er Grundsteuer und Versicherung.
Wenn Sie mehr Zeit für den Umzug brauchen, lässt sich auch ein späterer Termin vereinbaren. Das ist gerade für ältere Verkäufer wichtig, die erst in eine neue Wohnung ziehen. Wie die Übergabe gelingt, lesen Sie im Beitrag Hausübergabe nach dem Verkauf.
Was der Notar kostet und wer zahlt
Die Kosten für Notar und Grundbuch richten sich nach dem Kaufpreis. Sie sind gesetzlich festgelegt. In der Regel zahlt sie der Käufer. Als Verkäufer tragen Sie meist nur die Kosten für die Löschung Ihrer Grundschuld. Die Maklerprovision wird ebenfalls erst nach dem Notartermin fällig. Bei einem Einfamilienhaus oder einer Eigentumswohnung zahlen Käufer und Verkäufer jeweils 3,57 % inklusive Mehrwertsteuer. Details stehen auf der Seite Maklerprovision in Ratingen.
Gut vorbereitet zum Notar
Ein guter Makler bereitet den Notartermin für Sie vor. Er schickt dem Notar alle Unterlagen und Daten. Er prüft den Entwurf mit Ihnen gemeinsam. Und er begleitet Sie auf Wunsch zum Termin. Christian Gottschling und sein Team übernehmen diese Vorbereitung als Teil des Verkaufs. Sie wissen immer, was als Nächstes passiert. Den ganzen Weg bis zum Notar zeigt die Seite Ablauf des Immobilienverkaufs. Die einzelnen Leistungen beschreiben die Seiten Haus verkaufen in Ratingen und Wohnung verkaufen in Ratingen.
Fazit
Beim Notartermin wird der Kaufvertrag vorgelesen, erklärt und unterschrieben. Er dauert meist ein bis zwei Stunden, und Sie brauchen vor allem Ausweis und Steuer-ID. Das Geld kommt erst nach der Fälligkeitsmitteilung, oft einige Wochen später. Lesen Sie den Entwurf vorher genau und stellen Sie Ihre Fragen früh. Ihr nächster Schritt auf dem Weg zum Notar: Ermitteln Sie mit der kostenlosen Online-Schnellbewertung für Ratingen den Wert Ihrer Immobilie.

